Willkommen auf SALZSäURE.DE

salzsäure.de bietet Ihnen weiterführende Links auf Webseiten zum Thema Salzsäure

Startseite > Salzsäure
{{Infobox Chemikalie
| Strukturformel = ausblenden
| Suchfunktion = HCl
| Andere Namen = * Chlorwasserstoffsäure
  • Acidum hydrochloricum

| Summenformel = HCl <math>\cdot</math> x(H2O)
| CAS = 7647-01-0 <small>(Chlorwasserstoff)</small>
| EG-Nummer = 933-977-5
| ECHA-ID = 100.210.665
| PubChem = 313
| ChemSpider =
| ATC-Code =
| Beschreibung = farblose, durch Verunreinigungen oft gelbliche, stechend riechende Flüssigkeit
| Schmelzpunkt = ?30 (37-prozentige Lösung)
| Siedepunkt =
| Dampfdruck = 190 hPa (20 °C, 37-prozentige Lösung)
| Löslichkeit =
| CLH =
| Quelle GHS-Kz =
| GHS-Piktogramme =
| GHS-Signalwort = Gefahr
| H =
| EUH =
| P =
| Quelle P =
| MAK = 2 ml·m?3 bzw. 3,0 mg·m?3
}}

'''Salzsäure''', auch '''Chlorwasserstoffsäure''' genannt, ist eine von gasförmigem Chlorwasserstoff, der in Oxonium- und Chloridionen protolysiert ist. Sie ist eine starke, anorganische und zählt zu den n. Ihre Salze heißen Chloride, das bekannteste ist das Natriumchlorid (NaCl, Kochsalz).

Geschichte

Indirekt findet ihr Gebrauch schon bei (1490). Hergestellt wurde sie bei beiden Autoren durch Erhitzen von Kochsalz und Vitriol und Destillation.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gewann Basilius Valentinus Salzsäure durch Reaktion von Halit (Steinsalz) mit Eisenvitriol. 1597 erwähnt Libavius Salzsäure in seinem Buch ''Alchemia'', sie wurde aber auch von Giambattista della Porta (Magiae Naturalis 1558, 1589) als bestes Mittel zum Bleichen von Zähnen erwähnt. Die Herstellung in großem Maßstab aus Speisesalz und gelang Johann Rudolph Glauber im 17. Jahrhundert. Lavoisier nannte Salzsäure ''acide muriatique'' (lat. ''muria'' ?Salzlake?). Kochsalzhaltige Quellen werden heute noch als ''muriatische Quellen'' bezeichnet. In Nordamerika wird Salzsäure auch ''muriatic acid'' genannt.

Vorkommen

In der Natur findet sich Salzsäure in Vulkangasen und stark verdünnt in Kraterseen. In freier Form kommt sie im Magensaft der Wirbeltiere vor (0,1 bis 0,5 Prozent Massenanteil). Fast unerschöpflich sind die Vorkommen an Salzen der Salzsäure, als Steinsalz und gelöst im Meerwasser.

Darstellung und Gewinnung

Salzsäure wird im Labor aus konzentrierter und Kochsalz (daher der Name) hergestellt:

<math>\mathrm{NaCl_{(s)} + {H_2SO_4}_{(l)} \longrightarrow {NaHSO_4}_{(s)} + HCl _{(g)}}</math>

Die Schwefelsäure verdrängt den Chlorwasserstoff aus seinem Salz. Da Chlorwasserstoff gasförmig ist, wird es ständig dem Gleichgewicht entzogen, welches dadurch nahezu vollständig auf der Seite der Produkte liegt. Das entstandene Natriumhydrogensulfat ist ein saures Schwefelsäuresalz. Das entstandene Chlorwasserstoffgas wird anschließend in Wasser eingeleitet:

<math>\mathrm{HCl_{(g)} + H_2O_{(l)} \longrightarrow H_3O^{+}_{(aq)} + Cl^{-}_{(aq)}}</math>

Salzsäure mit höheren Massenanteilen Chlorwasserstoff wird auch als ''rauchende Salzsäure'' bezeichnet, da Chlorwasserstoffgas entweicht und mit dem Wasser aus der Luftfeuchtigkeit wieder Salzsäure entsteht, so dass sich über offenen Gefäßen ein weißer Nebel bildet.

In der chemischen Industrie wird hochreiner Chlorwasserstoff durch die Reaktion von Wasserstoff mit Chlor gewonnen:

<math>\mathrm{H_2 + Cl_2 \longrightarrow 2\,HCl}</math>

Auch hier lässt man den Chlorwasserstoff mit Wasser reagieren.

Technisch reine Salzsäure fällt hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Chlorierung organischer Verbindungen an.

Eigenschaften

{| class="wikitable float-right"
|- bgcolor=#cccccc
!Massen-
anteil w in %
!Massen-
konzentration
? in g/l
!Stoffmengen-
konzentration
c in mol/l
!Dichte ?
in g/cm³
|- bgcolor=#eeeeee
|10,5
|110
|3,06
|1,050
|- bgcolor=#eeeeee
|15,5
|166
|4,61
|1,075
|- bgcolor=#eeeeee
|20,4
|224
|6,22
|1,100
|- bgcolor=#eeeeee
|22,3
|248
|6,89
|1,110
|- bgcolor=#eeeeee
|24,3
|272
|7,56
|1,120
|- bgcolor=#eeeeee
|26,2
|296
|8,22
|1,130
|- bgcolor=#eeeeee
|28,2
|321
|8,92
|1,140
|- bgcolor=#eeeeee
|30,1
|347
|9,64
|1,150
|- bgcolor=#eeeeee
|32,1
|372
|10,23
|1,160
|- bgcolor=#eeeeee
|34,2
|400
|11,11
|1,170
|- bgcolor=#eeeeee
|36,2
|428
|11,89
|1,180
|- bgcolor=#eeeeee
|38,3
|456
|12,67
|1,190
|- bgcolor=#eeeeee
|40,4
|485
|13,47
|1,200
|-
|}
Chlorwasserstoffgas löst sich sehr gut in vorliegt, unter Wärmeentwicklung 815 g beziehungsweise 507 Liter Gas. Bei 20 °C enthält ein Liter gesättigte Salzsäure 720 g HCl.

<math>\mathrm{CaCO_3 + 2\ HCl \longrightarrow CaCl_2 + CO_2 + H_2O}</math>

Biologische Bedeutung

Bei Mensch und Tier ist die Salzsäure ein Bestandteil des Magensaftes, wo sie unter anderem die Denaturierung von Proteinen bewirkt, aber auch zum Abtöten von Mikroorganismen vor Eintritt in das weitere Verdauungssystem dient. Außerdem schafft sie das saure Milieu, in dem das Verdauungsenzym Pepsin am wirksamsten ist.

Nachweis

Salzsäure wird zum einen durch ihren Säurecharakter nachgewiesen. Ergänzend dazu identifiziert man das Chlorid-Anion in stark verdünnter Lösung (bei einem Überschuss an Chloridionen bildet sich ein löslicher Dichloroargentat-Komplex) durch Zugabe von Silbernitratlösung, wobei schwer lösliches Silberchlorid ausfällt:
<math>\mathrm{HCl\ +\ AgNO_3\ \longrightarrow\ HNO_3\ +\ AgCl}</math>
Wenn sich der entstandene weiße Niederschlag in verdünntem Ammoniakwasser unter Komplexbildung auflöst, ist der Beweis erbracht, dass es sich um Chloridionen handelte:
<math>\mathrm{AgCl\ + 2\ NH_3\ \longrightarrow\ [Ag(NH_3)_2]^+\ +\ Cl^-}</math>
<math>\mathrm{AgCl\ +\ HCl\ \longrightarrow\ [AgCl_2]^-\ +\ H^+}</math>
Wird Salzsäure mit Mangandioxid (''Braunstein'') erhitzt, so entsteht Chlor:
<math>\mathrm{4\ HCl\ +\ MnO_2\ \longrightarrow\ Cl_2\ +\ MnCl_2\ +\ 2\ H_2O}</math>

Der Salzsäuregehalt einer Lösung wird durch Titration mit Natronlauge ermittelt (Acidimitrie, ). Photometrisch lässt sich diese Bestimmung sowie die von Chloriden mit Hilfe des Quecksilbersalzes der durchführen. Den Gehalt an Salzsäure im Magensaft bestimmt man mit .

Einzelnachweise

Weblinks